Lernen Sie, wie man das unregelmäßige Verb “wissen” richtig konjugiert. Eine einfache Erklärung der Formen in Präsens, Präteritum, Perfekt und weiteren Zeiten mit vielen Beispielen.

Wichtigste Punkte auf einen Blick

  • Das Verb “wissen” ist unregelmäßig, was bedeutet, dass es sich nicht an die typischen Konjugationsregeln hält.
  • Im Präsens (Gegenwart) ändert sich der Wortstamm von wiss- zu weiß- bei den Personalpronomen “ich”, “du” und “er/sie/es”.
  • Die Vergangenheitsformen sind “wusste” (Präteritum) und “habe gewusst” (Perfekt).
  • Es gibt einen klaren Unterschied zwischen “wissen” (Fakten kennen) und “kennen” (mit etwas oder jemandem vertraut sein).

Das Verb “wissen” ist im Deutschen von zentraler Bedeutung, da es die Kenntnis von Fakten und Zusammenhängen ausdrückt. Im Gegensatz zu vielen anderen Verben, die sich relativ einfach nach einem festen Schema konjugieren lassen, gehört “wissen” zur Gruppe der sogenannten unregelmäßigen Verben. Seine Formen weichen stark von der Grundform ab, was es für Lernende der German Sprache oft zu einer Herausforderung macht. Die richtige Anwendung in den verschiedenen Zeitformen ist jedoch essenziell für eine korrekte Ausdrucksweise. Dieser Artikel bietet eine einfache und verständliche Erklärung der Konjugation von “wissen” mit zahlreichen Beispielen, um Ihnen dabei zu helfen, es sicher im Alltag zu verwenden.

Die Konjugation von “wissen” im Präsens (Gegenwart)

Die größte Besonderheit des Verbs “wissen” zeigt sich bereits in der Gegenwartsform. Während die Pluralformen (wir, ihr, sie) regelmäßig sind, ändert sich der Wortstamm im Singular komplett. Hier finden Sie die Übersicht und Beispiele:

  • ich weiß
    • Ich weiß, dass die Sonne scheint.
  • du weißt
    • Weißt du, wo der Bahnhof ist?
  • er/sie/es weiß
    • Er weiß nicht, wie man das macht.
  • wir wissen
    • Wir wissen die Antwort auf diese Frage.
  • ihr wisst
    • Wisst ihr, wann der Film beginnt?
  • sie/Sie wissen
    • Sie wissen, dass das Projekt bald fertig sein muss.

Diese Formen müssen auswendig gelernt werden, da es keine allgemeine Regel für diese Stammänderung gibt.

Die Vergangenheitsformen: Präteritum und Perfekt

Um über vergangenes Wissen zu sprechen, gibt es im Deutschen zwei Hauptformen: das Präteritum und das Perfekt. Beide werden verwendet, um Vergangenes auszudrücken, wobei das Perfekt in der Umgangssprache häufiger ist.

Präteritum (Einfache Vergangenheit): Das Präteritum von “wissen” lautet “wusste”. Die Endungen sind wieder regelmäßig, nur der Stamm ist unregelmäßig.

  • ich wusste
  • du wusstest
  • er/sie/es wusste
  • wir wussten
  • ihr wusstet
  • sie/Sie wussten

Beispiele:

  • Ich wusste nicht, dass du gestern da warst.
  • Er wusste die Lösung, aber er hat sie nicht gesagt.

Perfekt (Zusammengesetzte Vergangenheit): Das Perfekt wird mit dem Hilfsverb “haben” und dem Partizip II “gewusst” gebildet.

  • ich habe gewusst
  • du hast gewusst
  • er/sie/es hat gewusst
  • wir haben gewusst
  • ihr habt gewusst
  • sie/Sie haben gewusst

Beispiele:

  • Ich habe schon immer gewusst, dass das passieren würde.
  • Habt ihr gewusst, wie alt er ist?

Weitere wichtige Zeitformen: Futur und Konjunktiv

Auch wenn die Vergangenheits- und Gegenwartsformen am häufigsten genutzt werden, ist es nützlich, auch die anderen Zeitformen zu kennen.

Futur I (Zukunft): Die Zukunftsform wird mit dem Hilfsverb “werden” und dem Infinitiv “wissen” gebildet.

  • ich werde wissen
  • du wirst wissen
  • er/sie/es wird wissen
  • wir werden wissen
  • ihr werdet wissen
  • sie/Sie werden wissen

Beispiel:

  • Wir werden bald wissen, wann der Zug kommt.

Konjunktiv II (Wunschform/Hypothese): Der Konjunktiv II wird für hypothetische oder irreale Aussagen genutzt. Seine Form wird von der Präteritumform “wusste” abgeleitet.

  • ich wüsste
  • du wüsstest
  • er/sie/es wüsste
  • wir wüssten
  • ihr wüsstet
  • sie/Sie wüssten

Beispiel:

  • Ich wüsste gerne, wie das funktioniert. (Hier drückt es einen Wunsch aus).

Der Unterschied zwischen “wissen” und “kennen” + Anwendungsbeispiele

Ein häufiger Fehler bei Deutschlernenden ist die Verwechslung von “wissen” und “kennen”. Obwohl beide Verben mit “to know” übersetzt werden können, haben sie im Deutschen eine ganz andere Bedeutung.

  • “Wissen” verwendet man für Fakten, Informationen, Zusammenhänge oder Sätze, die mit “dass” oder einem Fragewort beginnen. Es drückt die Kenntnis einer Tatsache aus.
    • Ich weiß, dass Berlin die Hauptstadt von Deutschland ist. (Fakt)
    • Sie weiß, wann der Bus fährt. (Information)
  • “Kennen” verwendet man, wenn man mit einer Person, einem Ort oder einem Ding vertraut ist. Es drückt eine persönliche Beziehung oder Erfahrung aus.
    • Ich kenne den Schauspieler aus dem Film. (Person)
    • Wir kennen dieses Restaurant sehr gut. (Ort/Ding)

Eine gute Faustregel lautet: “wissen” + Nebensatz; “kennen” + Nomen.

  • Richtig: Ich weiß, wie spät es ist.
  • Falsch: Ich kenne, wie spät es ist.
  • Richtig: Ich kenne den Weg.
  • Falsch: Ich weiß den Weg.

Die Unterscheidung zwischen “wissen” und “kennen” ist entscheidend, um Missverständnisse zu vermeiden.